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How to: Wissenschaftliches Arbeiten

Whitney leaning against a railing on a downtown street

Früher oder später findet sich jeder Studierende in der Situation wieder, eine wissenschaftliche Arbeit verfassen zu müssen. Dabei ist es irrelevant, ob es sich bei dieser Arbeit um eine einfache Hausarbeit, eine Abschlussarbeit oder gar eine Dissertation handelt, die Vorgehensweise und die Stolperfallen sind bei allen dieselben. Aber wie arbeitet man denn nun wissenschaftlich? Worauf kommt es besonders an und wie soll man überhaupt vorgehen? Um diese Fragen zu klären, soll dieser Blogbeitrag als ein kleiner Crashkurs zum Thema „How to wissenschaftlich Arbeiten“ dienen.

 

Bei einer wissenschaftlichen Arbeit geht es darum aufzuzeigen, dass man in der Lage ist, die gegebene Fragestellung differenziert, sachlich und vor allen Dingen nachvollziehbar beantworten zu können. Ganz grob kann man das Verfassen einer wissenschaftlichen Arbeit in acht Phasen einteilen:

 

1. Die Orientierungsphase

Jede akademische Arbeit sollte mit einer Orientierungsphase beginnen. Dabei geht es besonders darum, dass du ermitteln kannst, wie weit du in das Thema hineingehen sollst. Unterschiedliche Arten benötigen unterschiedliche Level an Tiefe. In diesem Schritt soll außerdem die Fragestellung konkretisiert beziehungsweise die Forschungsfrage eingegrenzt werden.

 

2. Die Literaturrecherche

Sobald du eine klare Fragestellung herausgearbeitet hast, kannst du mit der Literaturrecherche beginnen. Für die meisten StudentInnen ist dies die unangenehmste Phase. Aber keine Scheu, oftmals veröffentlichen die ProfessorInnen eine Literaturliste, an der du dich fürs Erste orientieren kannst. Du solltest allerdings unbedingt selbstständig zusätzliche Quellen verwenden. Weiterhin helfen dir akademische Datenbanken und Suchmaschinen, wie Google Scholar, bei der Suche nach wissenschaftlichen Texten zu deiner gewählten Thematik. Schrecke außerdem nicht vor einer interdisziplinären – also fach- oder themenübergreifenden – Literaturrecherche zurück!

 

3. Ordnung in das Chaos bringen

Nach deiner Literaturrecherche solltest du die einzelnen Quellen formal korrekt herausschreiben und dir nach dem Lesen Notizen zu ihnen machen. Um anschließend Ordnung in das Chaos zu bringen, ist es empfehlenswert eine Roadmap oder eine Art Mindmap zu deiner Arbeit zu erstellen. Dabei sollen große Themenpunkte passend zu deinem Thema und wichtige Schlagwörter aus deinen Notizen aufgegriffen werden.

 

4. Die Erstellung einer Gliederung

Durch das Erstellen eines ersten Plans verschaffst du dir mehr Überblick über relevante Punkte. In dieser Phase müssen grobe Überlegungen nun konkrete Überschriften und thematische Einordnungen sowie die dazu passenden Quellen erhalten. Hierbei ist es besonders wichtig, dass deine Gliederung einem klaren roten Faden folgt und dass die Überschriften bzw. Unterüberschriften richtig nummeriert sind. Achtung: Wer A sagt, muss auch B sagen, Unterüberschriften sind immer nur dann zulässig, wenn es mindestens zwei geben wird!

 

5. Die aktive Schreibphase

Ist dein Inhaltsverzeichnis einmal erstellt, kannst du in die Schreibphase starten. Aber aller Anfang ist schwer und ein leeres Blatt Papier hat etwas Einschüchterndes an sich und man weiß nicht so recht, womit man anfangen soll. In diesem Fall ist es empfehlenswert, seinen Gedanken erst einmal freien Lauf zu lassen. Orientiere dich am besten an deinem Schreibplan aus Phase 3 und 4 und formuliere deine Notizen aus den einzelnen Kapiteln aus, so sind diese direkt thematisch eingeordnet. Solltest du in deinem Text Zitate verwenden, achte von Anfang an auf die korrekte Zitierweise und die richtigen Angaben. Die formalen Voraussetzungen und Vorschriften unterscheiden sich je nach Lehrstuhl, informiere dich deshalb im Vorfeld wie es dein Lehrstuhl Hand habt.

 

6. Die Überarbeitung des Geschriebenen

Sobald die Rohfassung deines Textes fertig ist, geht es weiter in die nächste Phase: die Überarbeitung deiner Arbeit. Plane für diesen Schritt ausreichend Zeit ein, damit dir nicht aus Leichtsinn und Zeitdruck inhaltliche und formale Fehler entgehen! Neben den Schreibfehlern solltest du außerdem auf die Nachvollziehbarkeit deines Textes achten. Baue also keine unnötigen Schachtelsätze ein. Achte zudem auf die Erkennbarkeit des roten Fadens in deinem Text und die formalen Richtlinien. Bei der Überarbeit ist es sinnvoll, dass zwischen den Korrekturen mehrere Tage liegen, damit du stets mit frischem Auge weiterarbeiten kannst.

 

7. Lektorat und Formalitätsprüfung

Abschließend solltest du nach deiner eigenen Revision eine weitere Person deine Arbeit lesen lassen. Dabei wird deine Arbeit nicht nur erneut auf Grammatik- oder Rechtschreibfehler gelesen, sondern auch auf Layout, Lesbarkeit und vor allen Dingen auf das Verständnis und den roten Faden. Idealerweise liest deinen Text dafür eine fachfremde Person, die kein Hintergrundwissen zu deinem Thema besitzt. Auch hierfür solltest du genügend Zeit einplanen, denn das Lesen einer Wissenschaftsarbeit beansprucht gerne mal etwas mehr Zeit.

 

8. Die Abgabe 

Herzlichen Glückwunsch, du hast alle Phasen erfolgreich gemeistert und bist so weit, deine finale Version einzureichen. Um dich abzusichern, ist es sinnvoll, sowohl eine ausgedruckte, je nach Professor auch eingebundene, Fassung als auch eine PDF-Version deiner Arbeit abzugeben. So kannst du im Ernstfall nachweisen, dass du fristgerecht abgegeben hast. Im Titel deiner PDF-Datei sollte dein Name aufgeführt sein, damit der Korrekteur deine Arbeit leichter zuordnen kann.

 

Ich hoffe, ich konnte dir mit dieser kleinen Zusammenfassung helfen! Viel Erfolg beim Schreiben deiner wissenschaftlichen Arbeit 😊